“ ... Loslassen macht das Leben leichter. Wir alle tragen das, was wir dafür brauchen, in uns. Und das, was uns eventuell doch noch fehlen sollte, können wir uns unterwegs aneignen – manchmal, indem wir von dem loslassen, von dem wir dachten, dass wir es bräuchten ...“ (Zitat aus: „Dein Advent – 24 Glücksmomente nur für dich“, Tanja Köhler)
Wer aufbricht, darf loslassen
Wer die Rauhnächte kennt, der weiß: der Dezember ist der Monat, der im Zeichen des ‚Aufbruchs‘ steht… auch wenn er der letzte Monat des Jahreskreises ist… Wenn wir uns aber vor Augen führen, dass in ihm die Wintersonnenwende stattfindet und die Tage ab dem 21. Dezember wieder länger werden, dann ist das übergeordnete Thema des Aufbruchs wiederum gut nachvollziehbar.
Es reist sich besser mit leichtem Gepäck …
Die Gruppe Silbermond hat es in ihrem bemerkenswerten Lied mit wenigen Worten auf den Punkt gebracht, was sich jeder Aufbrechende und auch Reisende in Erinnerung rufen darf …
Es reist sich besser mit leichtem Gepäck!
In den Rauhnächten geht es vor allem um das ‚emotionale Loslassen‘ von negativen, belastenden Erlebnissen und Erfahrungen, die uns oftmals ausbremsen und unsere Unbeschwertheit nehmen. Sicher ist das im Falle eines Todes eines geliebten Menschen oder einer schweren Erkrankung leicht dahingesagt. Und gewiss dürfen wir uns der Traurigkeit und der Schwere auch vollkommen hingeben. Das gehört zum Heilungsprozess dazu.
Mit dem Loslassen in den Rauhnächten sind die Dinge gemeint, von denen wir genau wissen: ‚eigentlich‘ müssen wir nach vorne schauen. Das Hadern mit Erlebnissen und der ständige Blick zurück lässt uns stolpern.

Drei Motive für das Loslassen
Aus psychologischer Sicht gibt es – grob gesagt – drei übergeordnete Motive. Kennst du dein persönliches „Wozu“? … Wozu willst du loslassen?
Willst du loslassen, um etwas Negatives zu beenden?
Wenn ja: Loslassen schenkt Freiräume!
Das Aufgeben meiner Beschäftigung als Festangestellte vor über 25 Jahren hat mich zwar in eine gefühlte finanzielle Unsicherheit gebracht – die auch immer wieder mal in einer Finanzkrise auftaucht …. Aber dieses Loslassen hat mir auch die notwendigen Freiräume geschenkt, die ich für mein Streben nach Selbstbestimmtheit und Ausprobieren gebraucht habe… und auch weiterhin brauche…
Willst du loslassen, um etwas Negatives zu verhindern?
Wenn ja: Loslassen verhindert Enttäuschung!
Die Trennung von meinem Mann vor vielen Jahren hat uns beide davor bewahrt, all das Schöne, was vor langer Zeit mal gewesen war, noch weiter mit dem Nebel des Alltags zu übertünchen…
Oder willst du loslassen, um etwas Positives zu erreichen?
Wenn ja: Loslassen schenkt Möglichkeiten!
Anfang des Jahres 2025 habe ich meine Webseite abgeschaltet, auf welcher ich 25 Jahre lang meine Dienstleistungen in der Personal-, Führungskräfte- und Organisationsentwicklung angeboten habe. Nur noch meine Bestandskunden werden von mir versorgt… Dieses Loslassen hat mir die Möglichkeit geschenkt, das zu tun, wofür mein Herz schlägt: Bücher schreiben!
Wie funktioniert aber nun dieses „Loslassen“?
Es gibt viele Möglichkeiten, loszulassen… als systemisch ausgebildete Psychologin folge ich diesem Ansatz:
- Akzeptiere und kämpfe nicht bzw. „anders“: Wer auf „Teufel komm raus“ loslassen möchte und sich gegen das „Festhalten“ auflehnt, verstärkt die Situation häufig. Mache dir bewusst, welchem Grundmotiv du folgst… Vielleicht ist es auch eine Kombi zwischen den 3 oben genannten Motiven?
- Integriere und verdränge nicht: Schaue das, was du loslassen möchtest, ganz bewusst aus verschiedenen Perspektiven an und verstehe die Lernerfahrung, die du damit verbinden kannst. Erst dadurch bekommt das, von dem du Loslassen möchtest, einen angemessenen Platz in deiner Biografie. Dieser Vorgang setzt meist die bis dahin festgefahrene Energie frei.
- Fokussiere dich auf deine Ressourcen und Lösungen … Systemisch zu denken und zu handeln bedeutet nicht, sich die Frage zu stellen „Warum ist das Problem da?“, sondern Fragen wie: „Was gibt es schon, was mich unterstützen kann?“ und „Wie kann ich eine Lösung finden?“ (Und nicht: Was ist die Lösung?)
- Erkenne, benenne und verändere das Muster. Erst wer sein Verhaltensmuster und das, was darunter liegt, erkennt, hat die Möglichkeit, aus diesem Muster auszusteigen. Denn:
- Loslassen ist eine bewusste Entscheidung… für dich… und manchmal braucht es den „symbolischen Akt“ des „Verbrennens in den Rauhnächten“, damit wir uns jederzeit erinnern können. Weil:
- Loslassen braucht Zeit! Auch wenn uns der schnelle(re) Weg lieber wäre… 😉

Was Loslassen NICHT bedeutet …
Loslassen bedeutet nicht „Aufgeben“.
Loslassen ist eine bewusste Entscheidung, dich von dem zu befreien, was dir Energie nimmt. Es ist niemals ein Einknicken vor der Situation….
Loslassen bedeutet nicht, die Vergangenheit zu vergessen.
Es geht vielmehr darum, sich nicht mehr von ihr bestimmen zu lassen und ein neues Verständnis sowie einen neuen Platz für diese Vergangenheit zu finden… Das Gute darin zu erkennen und zu benennen und dankbar für diese Erkenntnis zu sein.
♥ ♥ ♥
PS – Postskriptum
Was würden die Menschen sagen, die dich sehr, sehr lieb haben: von was darfst du ‚loslassen‘, damit du dir selbst Freiheit und Möglichkeiten schenkst?
Denk mal drüber nach …
Danke für deine Gedanken ind Inspiration. Dein Buch der 12 Rauhnächte fand mich zur richtigen Zeit und ich bin dankbar für die Inspiration und die Begleitung durch diese besondere Zeit!
Liebe Peggy… bitte entschuldige, dass ich nmich erst heute auf deine liebe Nachricht melde. Ich bin einfach direkt eingetaucht in meine „freie Zeit“ 🙂 Ich wünsche dir eine wundervolle, klärende Rauhnächtezeit… Alles Liebe für dich! Die Tanja